Wer war eigentlich der Weihnachtsmann und gab es ihn wirklich ?


Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn. Aber wer ist er wirklich, der gute alte Weihnachtsmann ?

Klar ist nur: Er ist der, den es eigentlich gar nicht gibt.

Im Gegensatz zum Nikolaus, der tatsächlich gelebt hat, nämlich als Bischof von Myra, an der türkischen Mittelmeerküste. Er war ein Wohltäter, Spender und ein Freund der Kinder und Armen, deshalb wurde er nach seinem Tod am 6. Dezember 345 n. Chr. heilig gesprochen. Der Weihnachtsmann dagegen, ist nur eine Himmelsfigur. Irgendwie ist der plötzlich, neben dem Christkind, aus dem Wald gekommen...


Wie kommt der Nikolaus aus dem Orient in den Winterwald?

Seine Gebeine wurden 1084, nach der Eroberung von Byzanz durch die muslimischen Türken, nach Bari gebracht. Mit seinem Grab wanderte auch die Verehrung seiner Person ins Abendland. Im europäischen Norden wurde seine Person später mit den alten Bräuchen um die "Weihnachtsmann" - Figur verbunden.

Schuld daran ist vor allem Kirchen-Reformator Luther: Der setzte im 16. Jahrhundert alle Heiligen ab. So auch den Nikolaus, der bis dahin traditionell die Geschenke brachte. Das Christkind übernahm ab sofort die Bescherung an den Weihnachtstagen. Der Weihnachtsmann mit weißem Bart und rotem Gewand, der den Kindern am Heiligen Abend die Geschenke überreicht, geht auf den niederländischen "Sinterklaas" zurück; für die weltweite Verbreitung dieses Bildes von "Nikolaus als Weihnachtsmann" sorgte um die Jahrhundertwende die Firma "Coca Cola", die ihn für Werbung in ihren Firmenfarben benützte.

Nur ganz so einfach war das nicht. Die Menschen wollten nicht auf den Brauch des alle Kindersünden abfragenden alten Mannes verzichten. Sie holten den Nikolaus durch die Hintertür ins Haus, quasi als Weihnachtsmann verkleidet. Dabei sind die alten Nachrichten von Nikolaus aus Myra vielleicht interessanter als die heutige Mischung aus Coca - Cola - Mann und wildem Wintergeist.

6. Dezember: Fest des Heiligen Nikolaus

Ein christlicher Heiliger aus der Türkei? Tatsächlich nicht aus der heutigen Türkei, sondern aus dem antiken Kleinasien. Nikolaus stammt aus Myra, einer Hafenstadt an der Mittelmeerküste. Die Ruinen von Myra sind noch heute zu besichtigen. Nikolaus trat in das seiner Heimatstadt nahgelegenen Kloster von Sion ein und wurde um 300 zum Metropoliten von Myra geweiht. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangengenommen und gefoltert. 325 nahm er am 1 Konzil von Nicäa teil.

Der Kult um Nikolaus entwickelte sich etwa 200 Jahre später in Griechenland und kam dann zunächst in die slawischen Länder. Er wurde einer der beliebtesten Volksheiligen mit vielen legendären Erzählungen, die vor allem seine menschenfreundliche und hilfsbereite Art bezeugen. Über die byzantinische Tradition wurde Nikolaus einer der am meisten verehrten Heiligen Rußlands, er folgt im Osten in der Verehrung unmittelbar nach Maria. Nikolaus zerbrochener leerer Sarkophag wird noch heute in der wiederhergestellten Unterkirche von Demre von Wallfahrern der Ostkirche verehrt. Im 6. Jahrhundert wurde Nikolaus in der griechischen Kirche verehrt, in Rom zog der Kult im 8. Jahrhundert ein, er verbreitete sich dann zunehmend auch in Mittel- und Südeuropa. Um 980 entstand in Deutschland die ersten Nikolauskirche in Brauweiler. Die 1087 von Piraten entwendeten Gebeine brachte man Ende des 11. Jahrhunderts nach Bari und errichtete auf den Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes die monumentale Basilika St. Nicola, die Papst Urban II. 1098 weihte. Als Translationstag gilt der 8. Mai, der in Bari mit einem großen Unzug begangen wird. Zwischen dem 11. bis zum 16. Jahrhundert wurden diesseits der Alpen über 2200 Kirchen nach dem Heiligen Nikolaus benannt.

Nikolaus Kult in Deutschland wurde im 10. Jahrhundert besonders durch Kaiserin Thephanu, die griechische Ehefrau des Kaisers Otto II. gefördert. Schon damals entstand der Brauch, dass Nikolaus die Kinder beschenkt. Grundlage hierfür war der Brauch des "Bischofsspieles" in Klosterschulen, wo ein Schüler für einen Tag - zuerst am, Tag der "Unschuldigen Kindlein" dann am Nikolaustag - als "Bischof" fungieren durfte. Nikolaus gilt als Helfer in fast allen Schwierigkeiten. Die Volksfrömmigkeit hat seinen Gedenktag mit reichem Brauchtum liebevoll bedacht. Seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer für Kinder belegt. Ansatzpunkte für Brauchtum und seine zahlreichen Patronate finden sich in den Legenden. Am Vorabend des Nikolaustages beschenkt er - oft zusammen mit seinem Helfer, Knecht Ruprecht, die Kinder. Am Nikolausabend stellen Kinder ihre Stiefel oder Strümpfe vor die Tür, diese werden über Nacht von Nikolaus mit Süßigkeiten gefüllt.

In Bari wurde neben Kirchen und einem Platz auch das moderne Fussballstadion nach ihm benannt. Auch in liberalen islamischen Familien beschenkt "Noel Baba" die Kleinen.

Einige der überlieferten Legenden
  Hintergrund der "weihnachtsmannfreien Zone"
"Achtung, weihnachtsmannfreie Zone" ist eine Aktion des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken e.V., dem Diasporahilfswerk der Katholiken Deutschlands. Sie wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen und möchte aktiv dazu beitragen, den heiligen Nikolaus in der Gesellschaft wieder in den Vordergrund zu stellen und einer Verwechslung mit der populären Kunstfigur - des Weihnachtsmannes - entgegenwirken.