Zum dritten Germersheimer Festungsfest hatten die Stadt, der Verkehrsverein, die GWL und mehr als vierzig weitere Vereine und Institutionen am vergangenen Wochenende nach Germersheim eingeladen. Dass diese Einladung nicht ungehört blieb, bewiesen die vollbesetzten Parkplätze und zehntausende von Besuchern, die sich in den Spitzenzeiten durch die Innenstadt und die historischen Festungsanlagen bewegten. Alle Helferinnen und Helfer taten ihr Bestes, um diesen Gästen, die zum Teil von Städten auch außerhalb unserer Region nach Germersheim gereist waren, den Aufenthalt in der Festungsstadt so angenehm wie möglich zu gestalten und damit ein positives Bild bei allen Besuchern zu hinterlassen. Abgesehen vom Eröffnungstag, an dem ein heftiges Unwetter für eine kurze Unterbrechung der Aktivitäten sorgte, blieben der Samstag und der Sonntag regenfrei. Auch wenn es ruhig ein paar Grad wärmer hätte sein können, dürfte das Wetter keinen Einfluss auf die Besucherzahl, sondern bestenfalls auf den Getränkeabsatz gehabt haben.
Im Mittelpunkt des dreitägigen Festes stand in diesem Jahr der feierliche Abschluss der Städtepartnerschaft mit der ungarischen Stadt Zalaszentgrót. Während eines Festakts im Bürgersaal wurde diese Partnerschaft feierlich besiegelt. Aber auch während des gesamten Festungsfestes hatten die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt reichlich Gelegenheit zu Begegnungen mit den Gästen aus Ungarn. Dazu trugen u. a. die Auftritte der ungarischen Volkstanzgruppe bei, die an mehreren Festungsfeststationen zu erleben waren. Aber auch eine Delegation aus der Partnerstadt Tournus, mit der Germersheim bereits seit 42 Jahren verschwistert ist, konnte Bürgermeister Dieter Hänlein an diesem Wochenende in der Rheinstadt begrüßen. Zu den Gästen aus Frankreich gehörten außerdem die dortige Volkstanzgruppe und die Tournuser Stadtkapelle. Auch diese beiden Formationen traten während des Festungsfestes mehrfach auf.
Die Eröffnung des dritten Germersheimer Festungsfestes fand in diesem Jahr auf dem Gelände vor dem ehemaligen Arrestgebäude statt. Dort konnten Bürgermeister Dieter Hänlein und Erster Beigeordneter Marcus Schaile bereits am Freitagabend zahlreiche Besucher, unter ihnen die ungarischen Gäste, willkommen heißen. Bürgermeister Hänlein dankte Marcus Schaile, der als Verkehrsvereins-Vorsitzender federführend bei der Ausrichtung des Festes war. Seinen Dank sprach er auch Marktmeister Christian Willy aus, der diesen dabei hervorragend unterstützt habe. Das Rahmenprogramm dieser Eröffnungsveranstaltung wurde von der Stadtkapelle, der ungarischen Volkstanzgruppe aus Zalaszentgrót und einer Tanzgruppe des KVG "Die Rhoischnooke" mitgestaltet. Für die mittlerweile erreichte Bedeutung des Festungsfestes spricht, dass auch das SWR Fernsehen diese Eröffnungsveranstaltung aufzeichnete und tags darauf in der Landesschau ausstrahlte.
Besonders am Sonntag waren die Straßen gefüllt mit Besuchern von nah und fern und an den einzelnen Stationen der Festmeile herschte dichtes Gedränge. Allen voran an den verschiedenen Verpflegungsständen. Die Vereine dort hatten von der Bratwurst bis zum Zander allerlei kulinarische Leckereien im Angebot. International wirkte manche Speisekarte auf der man "Falafel", "Belgische Waffeln", "Wraps", "Langos" und "ungarische Gulaschsuppe" entdeckte. Bodenständiges fand man natürlich auch, wie z.B. Pfannkuchen und Hausmacher Schlachtplatten.
Ebenso breitgefächert wie das Speiseangebot waren die Unterhaltungsmöglichkeiten. Hier stand besonders der Kunsthandwerkermarkt im "Hufeisen" hoch im Kurs. Immer wieder im Mittelpunkt der staunenden Besucher standen auch die flanierenden Offiziere in des "Kaisers buntem Rock", die über die Festtage die "gute alte Zeit" zurück nach Germersheim brachten. Zu den Highlights zählten zweifellos auch die "Bulldog Buwe Rhose", die auf dem Kirchenplatz historische Traktoren und Zweiräder präsentierten und allerlei altes Handwerk wie einen Rechenschnitzer und einen Strohseilflechter vorstellten. Bis spät in die Nacht hinein zogen sie junge und jung gebliebene Liebhaber der "Veteranen der Scholle" an. Auch der historische Jahrmarkt auf dem Paradeplatz und das "Festival der Chöre" auf Fronte Beckers waren beliebte Anlaufziele der Gäste. Ein besonderes Schmankerl bildete ein V8-Treffen am Weißenburger Tor. Die V8 Maniacs aus Germersheim luden ein zu einer Sternfahrt durch die Festungsstadt, bestaunt von vielen neidischen Augen, angesichts der vor Chrom und Kraft strotzenden V8 Boliden.
Dass das Fest zu einem so großen Erfolg wurde, lag nicht zuletzt an den vielen Livemusikveranstaltungen in den Abendstunden. Ob Scottish Folk, fetzige Rhythmen, Oldies, Mundart oder Salsa, für jeden Besucher stand etwas auf dem Programm. Große Fangemeinden umringten die Bühnen und brachten eine tolle Stimmung in die alterwürdigen Mauern.
Daneben setzten Besuchergruppen aus den Partnerstädten Tournus / Frankreich und Zalaszentgrót / Ungarn internationale Akzente. Durch Auftritte der jeweiligen Trachtengruppen entstand ein lebendiges Bild dieser Städtepartnerschaften für die Besucher.
Abschließende Höhepunkte des Festungsfestes waren der Ökumenische Gottesdienst und das Abschlussfeuerwerk im Stadtpark "Fronte Lamotte".